Moscheebaukonflikt in Pankow-Heinersdorf: MBR und Netzwerkstelle moskito legen Akteurs- und Diskursanalyse vor
Die Arbeitsgemeinschaft Aktionsplan Pankow, bestehend aus der MBR und der Netzwerkstelle moskito, wurde 2006 vom Bezirksamt
Pankow damit beauftragt, zum einen eine Akteurs- und Diskursanalyse über den Moschebaukonflikt in Pankow-Heinersdorf zu erstellen und zum anderen kommunale Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Das Ergebnis liegt nun in Form einer praxisorientierten, wissenschaftlichen Studie vor.
Die Autor/innen der Studie stellten die wichtigsten Ergebnisse den Bezirksverordneten von Pankow in einer nicht-öffentlichen BVV-Sitzung vor. Eine weitere Veranstaltung für die Bezirksöffentlichkeit ist in Planung.
Um die Gesamtheit und Komplexität des Konfliktes betrachten zu können, ist der Analyse eine Sozialraumbeschreibung von Heinersdorf sowie eine
Übersicht über die Akteur/innen des Moscheebaukonfliktes und ihrer Handlungsfelder vorangestellt. Darauf folgt eine diskurs-analytische Auseinandersetzung mit den Argumenten und Motiven der Moscheebaugegner/innen. Es wird dargestellt, in welchen Kontexten diese sich etablieren. Schnittmengen zu rassistischen und/oder rechtsextremen Argumentationsmustern werden herausgearbeitet. Im Anschluss werden kommunale Handlungsmöglichkeiten vorgestellt und in ihrer Übertragbarkeit auf Pankow-Heinersdorf diskutiert.
Die Studie stellt eine Grundlage für das Bezirksamt und zivilgesellschaftliche Akteur/innen dar. Hieraus können weitere Strategien zur Bearbeitung des Moscheebaukonfliktes entwickelt werden.
Darüber hinaus handelt es sich bei der vorliegenden Studie um ein modellhaftes Produkt, dessen Herangehensweise und Ergebnisse weit über Berlin hinaus für den kommunalen Umgang mit Moscheebaukonflikten von Relevanz sein könnte.

