Antidiskriminierung im Berliner Amateurfußball
Ein gemeinsames Projekt des Berliner Fußball-Verbandes e.V. und des Vereins für Demokratische Kultur in Berlin e.V.
Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus finden sich in der ganzen Gesellschaft. Der Amateurfußball macht hier leider keine Ausnahme.
Gleichzeitig gehen u. a. der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und der Berliner Fußball-Verband (BFV) zielgerichtet gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus vor – gemeinsam mit den Vereinen.
PK am 11.09.2008
Dieses Bestreben dokumentiert sich seit 2007 auch im überarbeiteten Regelwerk der BFV-Sportgerichtsbarkeit. Der § 8a “Diskriminierung und ähnliche Tatbestände” schreibt die Sanktionierung von rassistischem und/oder menschenverachtendem Verhalten von Seiten der Spieler/innen, Trainer/innen und Zuschauer/innen etc. vor. Diese Sanktionierungen können sich von Geldstrafen über Spielsperren und Punktabzüge bis hin zu Spielklassenversetzungen erstrecken.
Sportgerichte und andere wichtige Akteure im Amateurfußball sind mit einer sicheren Anwendung dieses relativ neuen Paragraphen sehr gefordert. In Teilen herrscht Unklarheit darüber, welches Verhalten in welcher Form als rassistisch, antisemitisch oder rechtsextrem zu bezeichnen ist. Häufig fehlt auch ein Grundwissen über moderne Erscheinungsformen von Rechtsextremismus und/oder rechtsextremen Lifestyle.
Hier setzt das gemeinsame Projekt des Berliner Fußball-Verbandes und des Vereins für demokratische Kultur in Berlin e.V. (VDK), der als Träger der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR) fungiert, an. Die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus begleitet und berät seit 2001 alle, die sich in Berlin gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus engagieren und dies auch in Zukunft tun möchten. Finanziert wird das Projekt von der Landeskommission Berlin gegen Gewalt.
Der innovative Ansatz des Projekts besteht darin, unterschiedliche Zielgruppen im Amateurfußballbereich (Sportgerichte, Übungsleiter/innen, Schiedsrichter/innen) einzubinden. In spezifischen Fortbildungsangeboten haben die Teilnehmer/innen die Möglichkeit, sich über aktuelle Erscheinungsformen von Rechtextremismus, Rassismus und Antisemitismus zu informieren und ihre eigenen Erfahrungen und Schwierigkeiten zu thematisieren. Ziel ist es, die Handlungssicherheit aller Beteiligten zu erhöhen. Wichtig ist hierbei, die besondere Belastung der Ehrenamtlichen im Amateurfußball zu berücksichtigen.
Flankiert werden die Fortbildungsangebote von Spielbeobachtungen. Außerdem ist ein Werkstattgespräch mit von Diskriminierung betroffenen Vereinen (“Empowerment”) sowie eine Abschlussveranstaltung in Form einer Werkstattkonferenz geplant. Zur Ergebnissicherung und als praktische Hilfestellung für die Berliner Vereine sollen die Ergebnisse in einer Broschüre aufbereitet und als erfolgreiche Strategien für Berlin dargestellt werden.
VDK e.V. und BFV e.V., 11.09.2008

