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Fortbildungsangebote zum Themenspektrum Gender und Rechtsextremismus

Sowohl Frauen als auch Männer sind in rechtsextremen Szenen aktiv und tragen durch diverse Funktionen zur Konstruktion der rechtsextremen Volksgemeinschaft bei. Nach wie vor basieren sowohl rechtsextreme Ideologien als auch rechtsextreme Lebenswelten auf starren tradierten Geschlechterordnungsmodellen. Vermeintlich klare Vorstellungen, was „männlich“ und was „weiblich“ sei, strukturieren das Geschlechterverhältnis in rechtsextremen Szenen und prägen Diskurse um Geschlecht.

Die folgenden Fortbildungsangebote bieten eine geschlechterreflektierende Perspektive auf das Thema Rechtsextremismus. Sie richten sich an Personen, die sich beruflich oder ehrenamtlich mit dem Thema beschäftigen wollen. Zudem bietet der VDK e.V. In Kooperation mit der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR) ein spezielles Angebot für Pädagog/innen aus der Jugendarbeit an.

Zur Rolle von Frauen im modernen Rechtsextremismus

Vortrag

Ob mit Kindern oder ohne, als “Straßenkämpferin” oder “Schreibtischtäterin”, ob verheiratet oder allein erziehend: Frauen und Mädchen können im modernen Rechtsextremismus eine Vielfalt unterschiedlicher Rollen leben. Geschlechterhomogene Frauengruppen versuchen Mädchen und junge Frauen für die nach wie vor männerdominierte Szene zu gewinnen. Aber auch in gemischtgeschlechtlichen Organisationen stehen Mädchen und Frauen “ihren Mann” und verleihen der Szene ein weibliches Gesicht. Der Vortrag beleuchtet Rollen und Organisationsformen rechtsextremer Frauen und Mädchen, diskutiert Widersprüche von propagierten und gelebten Weiblichkeitsentwürfen und fragt nach einem etwaigen Wandel der Geschlechterverhältnisse im modernen Rechtsextremismus.

Männlichkeitskonstruktionen im modernen Rechtsextremismus

Vortrag oder Seminar

Rechtsextreme Gewalt wird fast ausschließlich von (jungen) Männern begangen, rechtsextreme Jugendszenen sind von offenem Chauvinismus und von der Zurschaustellung aggressiver Männlichkeiten geprägt. Rechtsextreme Ideologie ist eine Männlichkeitsideologie, die vorgibt, den „wahren Mann“ zu schaffen. Trotzdem wird selten nach dem Zusammenhang von Rechtsextremismus und Männlichkeitskonstruktionen gefragt. Das Seminar ergründet, welcher Zusammenhang zwischen Männlichkeiten und Rechtsextremismus besteht und fragt nach der Bedeutung für eine rechtsextremismuspräventive Praxis.

Geschlechterrollen im modernen Rechtsextremismus

Seminar

Sexismus ist neben anderen Ideologemen (z.B. Rassismus, Antisemitismus) integraler Bestandteil des modernen Rechtsextremismus. Mit Rückbezug auf die Ideologie des Nationalsozialismus findet unter anderem eine Aufwertung der traditionellen, bürgerlichen Mutterrolle unter gleichzeitiger Zurschaustellung eines aggressiven Antifeminismus statt. Männer werden dagegen als machtvolle, kämpferische und einflussreiche Gestalter inszeniert. Das Geschlechterverhältnis als solches prägt Ideologie und Agitation des modernen Rechtsextremismus.
Mit der Konstruktion von Vorstellungen „richtiger“ Männer und Frauen teilt der Rechtsextremismus einen Bezugsrahmen mit weiten Teilen der Gesellschaft. Diskussionen um die Veröffentlichungen Eva Hermanns zeugten zuletzt von einer Sehnsucht vieler Menschen nach klaren Geschlechterkategorien. Das Seminar diskutiert die Bedeutung von Geschlechterrollen für das Funktionieren der rechtsextremen Ordnung und verweist auf Anknüpfungspunkte zu gesamtgesellschaftlichen Diskursen um Geschlecht.

Neue Wege in der pädagogischen Prävention – genderreflektierte Strategien gegen rechte und menschenfeindliche Einstellungen

zweitägiges Seminar

Gründe für eine Orientierung in die rechtsextreme Szene hinein sind häufig geschlechtsspezifisch motiviert. Neben geschlechtsunspezifischen Motiven stellt die Suche nach einer “ursprünglichen” Männlichkeit für Jungen und männliche Jugendliche oft ein wichtiges Einstiegsmotiv dar. Mädchen und junge Frauen dagegen wenden sich teilweise in einem Bedürfnis nach Sicherheit und Ordnung rechtsextremen Szenen zu. So selten wie der evidente Zusammenhang von Männlichkeitskonstruktionen und Rechtsextremismus pädagogisch bearbeitet wird, so wenig wird immer noch die Existenz von Mädchen und Frauen in rechtsextremen Szenen wahrgenommen. Dabei können genderreflektierende Strategien Perspektiven für die pädagogische Präventionsarbeit deutlich erweitern. Der Workshop richtet sich an Pädagog/innen, Jugendarbeiter/innen und Interessierte.

Die Veranstaltungen werden vom VDK e.V. in Kooperation mit der MBR durchgeführt. Dauer und Umfang sind nach Absprache variabel. Weitere thematische Seminare und Fortbildungen sind auf Anfrage möglich. Bitte wenden Sie sich an: info@vdk-berlin.de oder info@mbr-berlin.de