UPDATE: NPD am 1. Mai in Hohenschönhausen und Marzahn

Von einem rechtsextremen Großaufmarsch bleibt Berlin dieses Jahr am 1. Mai verschont. Jedoch hat die NPD zwei kleinere Kundgebungen angemeldet. Der NPD-Landesverband veröffentlichte nun auf seiner Facebook-Seite ein Foto, auf dem nun auch die beiden Kundgebungsorte für den 1. Mai ersichtlich werden:

  • Hohenschönhausen: Zingster Straße/Falkenberger Chaussee 12-13.30 Uhr
  • Marzahn: Ahrensfelder Platz um 14 Uhr

Gegenproteste

Das Lichtenberger Bündnis für Demokratie und Toleranz ruft dazu auf, am 1. Mai ab 11.00 Uhr gegen die NPD zu protestieren.
Kundgebung: 1.Mai 2015 – 11.30 Uhr – Falkenberger Chaussee / Rüdickenstraße
Antifaschistische Demonstration (organisiert vom Bündnis „Gemeinsam gegen Rassismus“) 11:00 Uhr – S-Bahnhof Hohenschönhausen

In Marzahn starten die Protestaktionen ab 13:30 Uhr am S-Bahnhof Ahrensfelde. Dort mobisiliert das “Bündnis für Demokratie und Toleranz am Ort der Vielfalt Marzahn-Hellersdorf” zu einer Kundgebung unter dem Motto “Bunt statt braun am Ort der Vielfalt Marzahn-Hellersdorf.

Neonazis bundesweit am 1. Mai aktiv

Weitere Planungen für Aufmärsche der rechtsextremen Szene am diesjährigen 1.Mai sind bis jetzt aus Mönchengladbach, Tröglitz, Erfurt und Neubrandenburg (NPD), Essen („Die Rechte“) und dem thüringischen Saalfeld („Der III. Weg“) bekannt. Auch führende Vertreter des Berliner NPD-Landesverbandes sind bei den Demonstrationen in Mönchengladbach und Erfurt als Redner vorgesehen. Nach derzeitigem Erkenntnisstand ist also davon auszugehen, dass die zwei angemeldeten Kundgebungen in Berlin eher klein bleiben werden.

Gleich eine Woche später ist mit der nächsten rechtsextremen Aktivität zu rechnen: Am 8. Mai jährt sich zum 70. Mal das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa, es ist der Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus, der Tag an dem Deutschland 1945 in Berlin-Karlshorst die bedingungslose Kapitulation unterzeichnete. Eben an diesem Tag und an diesem Ort plant die rechtsextreme Szene eine Kundgebung abzuhalten. Eine einschlägig bekannte Einzelperson hat für den gesamten Tag eine Kundgebung angemeldet. Schon das Motto der Veranstaltung „Wir trauern um unsere deutschen Gefallenen des 2. Weltkrieges“ zeigt, welche Perspektive auf die Geschichte die Veranstaltenden einnehmen. Für die rechtsextreme Szene ist der 8. Mai ein Tag des Trauerns – erinnert wird lediglich an deutsche Soldaten („Gefallene“). Die Veranstaltenden rechnen laut Pressestelle der Polizei mit 50 Teilnehmenden und haben bisher noch keinen genehmigten Ort für ihre Versammlung zugewiesen bekommen.

Für den 9. Mai wiederum ist unterdessen eine überregionale rechte Kundgebung im Berliner Regierungsviertel angekündigt. „Reichsbürger_innen“, Verschwörungsideolog_innen und Aktivist_innen einer rechten Abspaltung der so genannten „Montagsmahnwachen“ wollen sich am diesem Tag versammeln, um vor dem Reichstag gegen das „BRD-Regime“ zu demonstrieren. Obgleich die in sozialen Netzwerken erreichten Zustimmungswerte bei Weitem nicht erreicht werden dürften, erscheint eine Teilnehmer_innenzahl bis hin zum oberen dreistelligen Bereich möglich.

Aktuelle Informationen finden Sie auch immer auf unserer Facebookseite. Informationen zu zivilgesellschaftlichen Gegenproteste wird unser Partnerprojekt Berlin gegen Nazis zeitnah bekanntgeben.