Die MBR im Gespräch mit dem Bundespräsidenten

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kam am 12. Oktober für seinen Antrittsbesuch nach Berlin. Auf der achten Station seiner Deutschlandreise durch alle Bundesländer wurde er unter anderem vom Regierenden Bürgermeister Michael Müller empfangen und diskutierte mit unserer Projektleiterin Bianca Klose über politische Bildungsarbeit.

Steinmeiers Tag, begann mit einer Besichtigung der BVG-Leitstelle in Friedrichsfelde. Weitere Besuchspunkte waren das Abgeordnetenhaus, eine Schule in Kreuzberg und eine Entwicklungswerkstatt für Start-Ups in Prenzlauer Berg. Am Abend traf er sich dann mit fünf Vertreterinnen der Zivilgesellschaft in der Gedenkstätte Berliner Mauer zu einem Expert_innengespräch. Es ging um die Frage, wie politische Bildung in der heutigen Zeit erfolgreich funktionieren kann.

Neben der MBR waren Vertreterinnen von Gangway e.V., LIFE e.V., der Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein e.V und dem Projekt „Teilhabe durch Engagement“ der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen e.V. anwesend.

„Die Aufgabe auch von politischer Bildung ist es, alle in Deutschland lebenden Menschen zu motivieren, sich selbstbewusst in unsere Demokratie einzubringen“, betonte Bianca Klose. „Das heißt Mauern für gesellschaftliche Partizipation wo immer möglich abzubauen, ohne allerdings die Tore für diejenigen zu öffnen, die die Freiheiten einer demokratischen Gesellschaft für die Verbreitung von Rassismus und Antisemitismus missbrauchen wollen. Zur Demokratie gehört das Aushalten von Differenz und Austragen von Kontroversen. Ein unverzichtbarer Teil davon ist es auch, nicht nur junge Menschen, dazu zu befähigen, in der politischen Auseinandersetzung auch Grenzen zu definieren. Unsere plurale Gesellschaft lädt alle Unzufriedenen und Marginalisierten zur Partizipation und Mitgestaltung ein. Dies kann allerdings nicht für diejenigen gelten, die ihre Unzufriedenheit gegen Schwächere richten und die sich durch das Verächtlich machen von Minderheiten und der Demokratie als Ganzes selbst ausgrenzen.“

Der Regierende Bürgermeister bedankte sich im Nachgang der Veranstaltung bei den Beteiligten für das spannende Gespräch: „Sie haben uns in unserer Begegnung in der Gedenkstätte Berliner Mauer anhand vieler Beispiele vermittelt, welche Erfahrungen sie in der täglichen Praxis machen und wie wichtig es gerade in diesen Zeiten ist, Haltung zu zeigen und sich – auch mit den Mitteln der politischen Bildung – für unsere Demokratie sowie für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft starkzumachen.“