Einschätzung zum rechtsextremen Aufmarsch am 9.9.2017

Auch am 9. September muss beim rechtsextremen Aufzug unter dem Motto „Merkel muss weg“ erneut von mehreren hundert Teilnehmenden ausgegangen werden. Der regelmäßige Aufmarsch hat sich in den vergangenen Monaten in dieser Größenordnung etabliert.

Erneut setzen die Organisatoren im Vorfeld vor allem auf Werbung in sozialen Netzwerken. Allerdings fällt auf, dass die Verbreitung der Veranstaltung dort diesmal noch geringer ist, als vor zwei Monaten, wo bereits ein Negativrekord an Zusagen aufgestellt wurde.

Bislang haben lediglich rund 530 Menschen ihr Kommen bei Facebook angekündigt, wobei in der Vergangenheit selten auch alle Zusagen später in realer Teilnahme mündeten. Im Vergleich: Zu Beginn der Aufmarsch-Serie gab es 9000 virtuelle Zusagen und später rund 3000 reale Teilnehmer. Diese Größenordnung bei Teilnehmerzahlen und Verbreitung auf Facebook erreichen die Aufmärsche jedoch schon seit Monaten nicht mehr. Insofern dürften die Teilnehmerzahlen stagnieren oder sogar rückläufig
werden.

Das Thema hat mittlerweile auch nicht mehr die Relevanz in der Szene, wie noch in den vergangenen zwei Jahren. Möglicherweise könnte die kurz bevorstehende Bundestagswahl – und die mancherorts erfolgten rechten Störungen bei CDU-Wahlkampfkundgebungen mit der Bundeskanzlerin - einen kleinen Motivationsschub für einzelne Teilnehmende darstellen, größerer Zulauf dürfte bei der rechtsextremen Versammlung in Berlin dadurch aber nicht zu erwarten sein.