Neue Broschüre der MBR: „Rechtsextremismus und Engagement im urbanen Raum“

Die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR) legt eine neue Broschüre zum Thema „Rechtsextremismus und Engagement im urbanen Raum“ vor. Sie fasst ansprechend aufgearbeitet die Ergebnisse einer Fachtagung zusammen, die im September 2012 in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung durchgeführt wurde. Grafisch ausdrucksvoll werden auf 32 Seiten Diskussionen und Beiträge von Expert/innen aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung dokumentiert.

Die öffentliche Aufmerksamkeit zum Thema Rechtsextremismus beschränkte sich bisher vor allem auf die östlichen Bundesländer und deren ländliche Regionen. Urbane Räume sind dabei oft aus dem Blick geraten. Doch warum ist es notwendig, Rechtsextremismus im städtischen Raum besonders zu betrachten? Was sind die Bedingungen für erfolgreiches Engagement gegen Rechtsextremismus in unseren Städten? Diesen und anderen Fragen über Herausforderungen und Perspektiven für die Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus im urbanen Kontext widmet sich die neue Broschüre.

Die lange vernachlässigten sozialräumlichen Besonderheiten des städtischen Raums in die Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus mit einzubeziehen, bildet die Grundlage der geführten Debatten. Insbesondere urbane Zentren scheinen mit ihrer heterogenen Bevölkerung, den vielen zivilgesellschaftlichen Akteuren und Initiativen beste Voraussetzungen für ein breites und erfolgreiches Engagement gegen Rechtsextremismus zu bieten. Da es jedoch auch hier rechtsextreme Bedrohungen und Angsträume gibt, ist eine Diskussion über Rechtsextremismus im städtischen Raum notwendig, um unter Beachtung des Sozialraums angemessene Handlungsstrategien zu entwickeln.

Für viele Menschen gehören rechtsextreme, rassistische und antisemitische Bedrohungen und Gewalt zum Alltag im urbanen Raum. Das betrifft vor allem Menschen mit Migrationshintergrund, People of Colour, Jüdinnen und Juden, alternative Jugendliche, Linke und ihre Einrichtungen. Hinter dieser Diskriminierung und Gewalt stehen Einstellungen, die in der gesamten Gesellschaft weit verbreitet sind. Rassist/innen und Rechtsextremist/innen fühlen sich vor allem dann ermuntert Gewalt auszuüben, wenn es keine ernsthaften staatlichen Konsequenzen oder effektive zivilgesellschaftliche Gegenwehr gibt – entscheidend für ein breites und erfolgreiches Engagement in einer Stadt ist daher ein konsequentes Eintreten aller lokalen Akteure.

Welche Aktionsformen der Zivilgesellschaft erfolgreich sind und wie gerade in der Einwanderungsgesellschaft eine breite Bündnisarbeit aussehen könnte, wird in der Publikation ebenso behandelt wie die Auseinandersetzung mit rechtsextremer Infrastruktur.

Die Visualisierung der Tagung in Form von Graphic Recordings zeigt zudem eindrucksvoll die spannenden Diskussionsverläufe. Via QR-Code kann man sich die Audio-Kommentare der Referent/innen direkt auf dem Smartphone anhören.

Die Broschüre steht hier für Sie zum Download bereit. Die gedruckte Dokumentation können Sie unter info@mbr-berlin.de bestellen.