Neue Handreichung gegen rechte und rechtsextreme Bedrohungen

Was tun, wenn Rechtsextreme engagierte Menschen beschimpfen und bedrohen? Wie können sich Menschen bei rechten Drohanrufen und -mails sowie anderen Einschüchterungsversuchen schützen? Eine neue Handreichung der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR) gibt konkrete Tipps zum Umgang mit Beleidigungen, Störaktionen, Angriffen und anderen Bedrohungen – auch zur Prävention, um auf solche Situationen vorbereitet zu sein.

Die Veröffentlichung wendet sich explizit an Personen, die aufgrund ihres Engagements oder ihres Berufes neu ins Visier von Rechtsextremen und Rechten geraten. Diese Menschen haben zumeist noch keine oder wenig Erfahrung im Umgang mit solchen Einschüchterungsversuchen.

Am Montag stellte die MBR gemeinsam mit dem Senator für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung, Dr. Dirk Behrendt, die kostenlose MBR-Handreichung der Öffentlichkeit vor.

„Wir beobachten eine zunehmende Verrohung, Enthemmung und Gewaltandrohung, die vom virtuellen Raum jetzt im Alltag angekommen ist“, sagt MBR-Projektleiterin Bianca Klose. „Die Handreichung ist eine Anleitung zum Wachsam sein. Solidarisches Zusammenstehen ist der wirksamste Schutz gegen rechtsextreme und rechte Bedrohungen.“

Allein von Mai 2016 bis Anfang April 2017 zählt die MBR 43 Fälle, die der aktuellen rechtsextremen Angriffsserie zugerechnet werden. Darunter zehn Brandanschläge sowie zahlreiche Schmierereien und Anschläge auf Privatwohnungen. Fast alle Fälle ereigneten sich in Neukölln, aber auch in Wedding, Kreuzberg und Schöneberg gab es Taten nach demselben Muster.

„Ich bin dankbar, dass wir Initiativen wie die MBR haben, die praktische Solidarität und Hilfe für die Betroffenen leistet“, sagte Berlins Senator für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung, Dirk Behrendt. „Die aktuelle Situation in Neukölln verlangt aber auch eine deutliche Reaktion von Polizei und Justiz.“

„Jeder Rückzug aus gesellschaftlichem Engagement ist ein Sieg für die rechten Feinde einer demokratischen und humanen Gesellschaft“, betont Christian von Gélieu, dem im Februar sein Auto auf seinem Privatgrundstück in Rudow angezündet wurde. Er und seine Frau engagieren sich in der Galerie Olga Benario, in der regelmäßig antifaschistische Kulturveranstaltungen und Ausstellungen stattfinden. Schon mehrfach war die Galerie Ziel von rechtsextremen Angriffen.


Cover_MBR_wachsam_seinWachsam sein!

Zum Umgang mit rechten und rechtsextremen Einschüchterungsversuchen und Bedrohungen (2017); Hg.: VDK e.V. und MBR; 28 Seiten.
Download der Handreichung
Die Handreichung kann als Printversion bei der MBR bestellt werden: info@mbr-berlin.de

 

Presseberichte zur Handreichung