Unser Schattenbericht 2013 ist da

Zum achten Mal veröffentlichen die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR) und das Antifaschistische Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin e.V. (apabiz) den Schattenbericht über Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus, die „Berliner Zustände im Jahr 2013“. Erneut ist der Umfang gewachsen: in 19 Artikeln präsentieren 17 Projekte und Journalist/innen ihre Themenschwerpunkte auf 116 Seiten. Der diesjährige Schwerpunkt des Heftes „Geflüchtete in Berlin“ stellt die verschiedenen Aspekte von Flucht, Migrationspolitik und rassistischer Mobilisierung gegen Flüchtlinge facettenreich dar.

Es ist kein Zufall, dass die NPD ausgerechnet am 26. April, genau während des Europawahlkampfes, quer durch Kreuzberg gegen die Flüchtlinge am Oranienplatz marschieren will. „Die rechtsextreme Szene hofft mit ihrer bundesweiten Mobilisierung gegen Flüchtlingsunterkünfte Wähler_innen aus der Mitte der Gesellschaft zu erreichen, die normalerweise nie NPD wählen würden“, sagt Sabine Hammer (MBR). Ulli Jentsch vom apabiz sagt dazu: „Die Wünsche und Versuche der Nazis, in diesem Thema wie eine soziale Bewegung zu agieren, sollten nicht unterschätzt werden.“

In den „Berliner Zuständen im Jahr 2013“ berichten Akteure aus verschiedenen Bezirken von den rassistischen Protesten gegen die Unterbringung. Sie schreiben über die Geflüchteten in ihrer Nachbarschaft auf der einen, dem Erfolg und den Fallstricken von „Willkommensinitiativen“ auf der anderen Seite. Denn in Berlin wird sogar am Beispiel Hellersdorf deutlich: es gibt immer auch Engagierte, die den rassistischen Protesten viel entgegensetzen.

Der Widerstand gegen die Festung Europa beginnt schon in der Wüste Malis, wie Aktivist_innen in den „Berliner Zuständen“ berichten. In Berlin angekommen müssen Asylbewerber_innen, Kontingentflüchtlinge aus Syrien, die sogenannten Lampedusa-Flüchtlinge oder als EU-Bürger_innen einreisende Rom_nija aus Osteuropa auf der Flucht vor Diskriminierung, Armut und Gewalt mit verschiedenen Ausschlüssen alltäglich leben. Diskriminierende Praxen wie z.B. Racial Profiling oder unzureichende medizinische Versorgung sind nur Teilaspekte, die in dem Schattenbericht kritisiert werden.

Darüber hinaus greift der Schattenbericht weitere aktuelle Debatten und Entwicklungen in Berlin auf. Im Heft veröffentlicht ist außerdem die Jahreschronik der Opferberatung „ReachOut“, in der neben rassistischen, rechtsextremen, antisemitischen und homo-/transphoben Gewalttaten auch Übergriffe gegen Menschen mit Behinderungen und gegen sozial Benachteiligte aufgelistet sind.

Den Schattenbericht 2013 können Sie hier als PDF herunterladen.

Die Printversion kann gegen eine Schutzgebühr direkt bei der MBR und dem apabiz abgeholt oder per Mail bestellt werden.

Die Ausgaben der früheren Jahr finden sie hier.