Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus in kommunalen Gremien

Auseinandersetzung mit rechtsextremen Parteien

NPD-Mitglieder oder Rechtspopulisten sind in die BVV gewählt worden und provozieren immer wieder durch ideologisch eindeutige Beiträge, zum Beispiel rassistische Reden oder Anfragen? Oder sie inszenieren sich als bürgernahe „Kümmerer-Partei“, indem sie „Schaufenster-Anträge“ zu lokalen Problemlagen stellen? Die demokratischen Kommunalpolitiker_innen sind unsicher, wie sie dem begegnen sollen? Nach anfänglicher Empörung ist „die Luft raus“ und es wird kaum mehr gegen die Rechtsextremen Stellung bezogen?

Die Kommunen sind die zentralen Felder der Dominanzbestrebungen von Rechtsaußen. Damit rücken auch die kommunalen Gremien in den Fokus rechtsextremer und rechtspopulistischer Strategien. Auf kommunaler Ebene sollen die Voraussetzungen für Erfolge auf Länder- und Bundesebene geschaffen werden. In Berlin benutzt die NPD mehrere Bezirksverordnetenversammlungen (BVV) seit 2006 als Bühnen der Agitation, Lehrwerkstatt und Ressource zur Informationsgewinnung und Stützung eigener Strukturen.

In der Fortbildung werden die zentralen strategischen Vorgehensweisen von Rechtsextremen und Rechtspopulist_innen in der Kommunalpolitik dargestellt. Dabei soll der Blick der Teilnehmenden auch anhand eines bezirksübergreifenden und überregionalen Vergleichs geschärft werden. Ausgehend von den eigenen Erfahrungen und Fragen der Teilnehmenden werden erfolgversprechende Handlungsstrategien und Argumentationsweisen für Demokrat_innen diskutiert. Die Fortbildung richtet sich an demokratische Kommunalpolitiker_innen, aber auch an Interessierte aus kommunaler Verwaltung und demokratischer Zivilgesellschaft.

Dauer: 2 bis 3 Stunden

Rechtsextremer Lifestyle – Symbole und Codes

Was hat das T-Shirt mit der Aufschrift 14 zu bedeuten? Kann es sich bei einer Frau mit pinken Haaren tatsächlich um eine rechtsextreme Aktivistin handeln? Was hat es mit MaKss Damage auf sich und ist Thor Steinar eigentlich rechtsextrem?

Rechtsextremer Lifestyle modernisiert sich ständig und öffnet sich – zumindest äußerlich – immer weiteren Jugendkulturen. Selbst Anleihen im HipHop oder Punk sind heute kein Hindernis mehr. Das schafft für Rechtsextreme immer mehr Anknüpfungspunkte – und macht es für andere immer schwieriger, Kleidungsmarken, Symbole und Bands als rechtsextrem(-orientiert)e zu identifizieren.

In der Fortbildung werden zentrale rechtsextreme Codes, Symbole und Outfits entschlüsselt, um dadurch die dahinter stehenden Orientierungen sicherer wahrnehmen zu können. Um angemessen reagieren zu können, sollen zudem Indikatoren für den Einbindungsgrad von Personen in die rechtsextreme Szene vorgestellt werden.

Dauer: 2 bis 3 Stunden

Argumentationstraining gegen rassistische und rechtsextreme Sprüche

Werden im Kneipengespräch immer mal wieder Migrant_innen für die hohe Arbeitslosigkeit und die niedrigen Löhne verantwortlich gemacht? Wird Ihre Nachbarin gezielt beleidigt, weil sie Muslimin ist? Und meint Ihr Arbeitskollege, dass Sarrazin doch eigentlich recht hat?

Rassistische und rechtsextreme Sprüche lösen oftmals Unsicherheiten über das „richtige“ Verhalten und notwendige Reaktionen aus. Wer ihnen wirksam begegnen will, sollte inhaltlich gewappnet sein, die Situation adäquat einschätzen können und sich seiner eigenen Möglichkeiten und Grenzen bewusst sein.

Das Argumentationstraining will inhaltliches und methodisches Handwerkszeug zum angemessenen Umgang zur Verfügung stellen und dadurch die Verhaltenssicherheit der Teilnehmer_innen stärken. Es werden Gegenargumente zu Sprüchen wie „Muslime passen nicht hierher “ oder „Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg“ erarbeitet. Ausgehend von den Erfahrungen der Teilnehmer_innen werden Handlungsmöglichkeiten diskutiert und im Rollenspiel erprobt.

Dauer: 6 bis 8 Stunden

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an info@mbr-berlin.de oder rufen Sie uns an: 030 – 817 985 810.

Wir bieten passgenaue Fortbildungen für Ihre Einrichtung und Situation an. Die Inhalte können immer je nach Bedarf für die Zielgruppe individuell zugeschnitten werden.