Für Zivilgesellschaft

Rechtsextremen nicht auf den Leim gehen

Rechtsextreme Organisationen mieten sich regelmäßig in Tagungsräumen von Sport-, Schützen- und Kleingartenvereinen, Gaststätten und Hotels ein. Betroffene Vermieter_innen stehen unfreiwillig vor einer großen Herausforderung, da sie nicht wissen, wie sie mit rassistischen Veranstaltungen in ihrem Haus umgehen sollen. Die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin hat zu diesem Thema eine Fortbildung  erarbeitet.

Der Workshop gibt hilfreiche Empfehlungen, welche die Handlungssicherheit von Vermieter_innen und deren Angestellten erhöhen. Anhand von Beispielen aus der Praxis wird beschrieben, wie rechtsextreme Gruppen bei der Anmietung vorgehen und an welchen Symbolen, Codes und Marken rechtsextreme Mieter_innen erkannt werden können. Im Mittelpunkt stehen Hinweise zur Gestaltung von Mietverträgen, die den Vermieter_innen Möglichkeiten geben, rechtsextreme Veranstaltungen in ihrem Haus zu unterbinden.

Dauer: 3 bis 4 Stunden

Rechtsextreme auf öffentlichen Veranstaltungen

Befürchten Sie, dass Rechtsextreme an der von Ihnen organisierten Veranstaltung teilnehmen wollen, um zu provozieren, zu stören und andere Anwesende einzuschüchtern? Haben Sie vielleicht selbst schon einmal die unangenehme Erfahrung gemacht, dass Rechtsextreme auf Ihrer Veranstaltung mit massiven Wortbeiträgen versucht haben, die Diskussion zu dominieren?

Die so genannte „Wortergreifung“ auf Veranstaltungen demokratischer Akteur_innen gehört seit vielen Jahren zum Aktionsrepertoire der rechtsextremen Szene. Immer wieder versuchen sie auf diese Weise, sich eine Plattform für ihre demokratiefeindliche, menschenverachtende Ideologie zu verschaffen.

Die Fortbildung hilft Ihnen dabei, Vorkehrungen zu treffen, damit Ihre Veranstaltung nicht zur Bühne für rechtsextreme Inszenierung wird. Wir bieten Argumente und Hilfestellungen für einen Ausschluss von Rechtsextremen, zeigen rechtliche Möglichkeiten auf und geben Tipps für die Vorbereitung und Durchführung.

Dauer: 1 bis 2 Stunden

Umgang mit Rechtsextremen an Infoständen

Was können Sie tun, wenn Rechtsextreme sich am Infostand Ihrer demokratischen Partei breit machen? Wie können Sie reagieren, wenn Sie in ein Gespräch über „die Ausländer“ verwickelt werden? Und welche Möglichkeiten haben Sie, wenn Sie verhindern wollen, dass sich Rechtsextreme ausgiebig am Infomaterial bedienen?

Immer wieder suchen Rechtsextreme Infostände von Engagierten auf, um die dort Anwesenden zu verunsichern oder einzuschüchtern. Ein angemessener Umgang gestaltet sich vor allem dann schwierig, wenn von Seiten der Demokrat_innen vorher keine Absprachen über ein gemeinsames Vorgehen und entsprechende Zuständigkeiten erfolgt sind.

Die Fortbildung will dabei helfen, sich auf die Präsenz von Rechtsextremen bei Infoständen vorzubereiten, indem gemeinsame Strategien entwickelt und eigene inhaltliche und kommunikative Kompetenzen ausgelotet werden.

Dauer: 1 bis 2 Stunden

Rechtsextremer Lifestyle – Symbole und Codes

Was hat das T-Shirt mit der Aufschrift 14 zu bedeuten? Kann es sich bei einer Frau mit pinken Haaren tatsächlich um eine rechtsextreme Aktivistin handeln? Was hat es mit MaKss Damage auf sich und ist Thor Steinar eigentlich rechtsextrem?

Rechtsextremer Lifestyle modernisiert sich ständig und öffnet sich – zumindest äußerlich – immer weiteren Jugendkulturen. Selbst Anleihen im HipHop oder Punk sind heute kein Hindernis mehr. Das schafft für Rechtsextreme immer mehr Anknüpfungspunkte – und macht es für andere immer schwieriger, Kleidungsmarken, Symbole und Bands als rechtsextrem(-orientiert)e zu identifizieren.

In der Fortbildung werden zentrale rechtsextreme Codes, Symbole und Outfits entschlüsselt, um dadurch die dahinter stehenden Orientierungen sicherer wahrnehmen zu können. Um angemessen reagieren zu können, sollen zudem Indikatoren für den Einbindungsgrad von Personen in die rechtsextreme Szene vorgestellt werden.

Dauer: 2 bis 3 Stunden

Argumentationstraining gegen rassistische und rechtsextreme Sprüche

Werden im Kneipengespräch immer mal wieder Migrant_innen für die hohe Arbeitslosigkeit und die niedrigen Löhne verantwortlich gemacht? Wird Ihre Nachbarin gezielt beleidigt, weil sie Muslimin ist? Und meint Ihr Arbeitskollege, dass Sarrazin doch eigentlich recht hat?

Rassistische und rechtsextreme Sprüche lösen oftmals Unsicherheiten über das „richtige“ Verhalten und notwendige Reaktionen aus. Wer ihnen wirksam begegnen will, sollte inhaltlich gewappnet sein, die Situation adäquat einschätzen können und sich seiner eigenen Möglichkeiten und Grenzen bewusst sein.

Das Argumentationstraining will inhaltliches und methodisches Handwerkszeug zum angemessenen Umgang zur Verfügung stellen und dadurch die Verhaltenssicherheit der Teilnehmer_innen stärken. Es werden Gegenargumente zu Sprüchen wie „Muslime passen nicht hierher “ oder „Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg“ erarbeitet. Ausgehend von den Erfahrungen der Teilnehmer_innen werden Handlungsmöglichkeiten diskutiert und im Rollenspiel erprobt.

Dauer: 6 bis 8 Stunden

Neue Nachbarschaften in der pluralen Einwanderungsstadt Berlin – Stärkung von demokratischer Haltung und solidarischem Handeln

Im Kontext der gesellschaftlichen Debatte um die Unterbringung geflüchteter Menschen gibt es seit rund zwei Jahren massive rassistische und rechtsextreme Mobilisierungen. Menschenverachtende Propaganda und zunehmend auch Gewalt richten sich gegen Geflüchtete, deren Unterkünfte sowie gegen deren Unterstützer_innen. Asyl- und Flüchtlingspolitik ist 2016 das zentrale Aktions- und Wahlkampfthema rechtspopulistischer und rechtsextremer Parteien und Gruppierungen.

In den polarisierten Debatten über Flucht, Asyl und Einwanderung ist Rassismus in all seinen Facetten und Erscheinungsformen in der so genannten „Mitte“ der Gesellschaft verstärkt sichtbar geworden, z.B. antimuslimischer Rassismus, Antiziganismus, institutioneller Rassismus, Diskriminierung im Alltag und rassistische Hassreden im Internet und im öffentlichen Raum. Gleichzeitig bilden sich vielerorts neue zivilgesellschaftliche Netzwerke und Gruppen, die freiwillige, praktische Solidarität mit Geflüchteten leisten. Sowohl gemeinnützige als auch privatwirtschaftliche Organisationen werden vermehrt als Betreiber_innen von Unterkünften für Geflüchtete tätig. Behörden, Unternehmen sowie soziale und Bildungseinrichtungen sind herausgefordert, sich zu öffnen, transkulturelle- bzw. Diversity-Kompetenzen zu entwickeln und Vorurteilen in den eigenen Strukturen und beim eigenen Personal entgegenzuwirken.

Darüber hinaus leben in den Unterkünften selbst Geflüchtete, die durch unterschiedliche sozio-kulturelle, religiöse sowie ethnische Erfahrungen geprägt sind. Infolgedessen treffen hier Menschen mit verschiedenen Weltvorstellungen aufeinander. Dies erschwert das Zusammenleben der Geflüchteten, die sich ohnehin in einer besonderen Lebenssituation befinden.

Es geht nun darum, die langfristige Zukunft der Einwanderungsstadt Berlin gemeinsam zu gestalten: Geflüchtete Menschen werden – wie viele andere Neu-Berliner_innen – hier bleiben und einen neuen Lebensabschnitt anfangen.

Zielgruppen der Fortbildungen sind u.a.:
• Ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter_innen in und um Flüchtlingseinrichtungen
• „Willkommensinitiativen“ und Unterstützer_innen-Kreise
• soziale und Bildungseinrichtungen; z.B. Stadtteilzentren, Beratungsstellen, Migrant_innenorganisationen, Wohlfahrtsträger
• Pädagogische Fachkräfte und Mulitiplikator_innen
• Bezirkliche Einrichtungen und Behörden
• Private Unternehmen

Die Fortbildungen der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR) sollen eine Gelegenheit bieten, miteinander über eigene Erfahrungen und eventuelle Unsicherheiten ins Gespräch zu kommen; sie sollen die Teilnehmenden stärken und in ihrem Handeln sicherer machen. Am Ende können weitere Möglichkeiten der Unterstützung und Zusammenarbeit entwickelt werden. Die Veranstaltungen bieten einen geschützten und vertrauensvollen Rahmen zur offenen Aussprache.

Inhaltliche Schwerpunkte der Fortbildungen sind:
• Stärkung der persönlichen Haltung, Sensibilität und Argumentationsfähigkeit gegenüber diskriminierenden, rassistischen, rechtspopulistischen und rechtsextremen Positionen
• Was sind Vorurteile? Was ist (Mehrfach-)Diskriminierung? Vorurteile und Diskriminierungen in ihrer Vielschichtigkeit wahrnehmen und angemessen handeln
• Argumentationshilfe gegen rechtsextreme und rassistische Äußerungen anhand konkreter Fallbeispiele und Übungen
• Umgang mit Bedrohungssituationen: Vorher, dabei, danach.
• Informationen zu rassistischen und rechtsextremen Strukturen im Sozialraum
• Erkennen von rechtsextremen Codes und Argumentationsmustern
• Durchführung von Veranstaltungen

Die Bildungsmaßnahmen werden methodisch mittels Szenarien, Fallbeispielen, Anschauungsmaterial und mit interaktiven Methoden wie z.B. Kommunikations- und Argumentationsübungen, Rollenspielen oder Forumtheater praxisnah und handlungsorientiert gehalten.

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an info@mbr-berlin.de oder rufen Sie uns an: 030 – 817 985 810

Wir bieten passgenaue Fortbildungen für Ihre Einrichtung und Situation an. Die Inhalte können immer je nach Bedarf für die Zielgruppe individuell zugeschnitten werden.