Parteien und Organisationen

Programm, Themen und Strategien der NPD

Ist die NPD eine demokratische Partei, nur weil sie nicht verboten ist? Oder will die NPD das gleiche wie die NSDAP? Wie verhält sich die NPD zur Gewalt? Welche Themen versucht sie zu besetzen und welche Strategien verfolgt sie?

Die NPD – die Nationaldemokratische Partei Deutschlands – ist die größte und aktivste rechtsextreme Partei in Deutschland. Ganz gezielt greift sie aktuelle Themen wie Arbeitslosigkeit und die Euro-Krise auf. In Berlin ist sie in einigen Bezirksverordnetenversammlungen vertreten – und ist gleichzeitig eng mit der militanten Szene verzahnt.

In der Fortbildung werden zentrale Aktionsfelder und Themen der NPD vorgestellt. In der Auseinandersetzung mit dem Programm, mit Flugblättern und Wortbeiträgen der NPD in Kommunalparlamenten sollen ihre rassistischen und antisemitischen Vorstellungen beleuchtet werden. Darauf aufbauend sollen anhand der Erfahrungen der Teilnehmenden demokratische Positionierungen und Handlungsmöglichkeiten diskutiert werden.

Dauer:1,5 bis 3 Stunden

Rechte und rechtspopulistische Herausforderungen für die demokratische Kultur

Was ist eigentlich “rechts”, was “rechtspopulistisch”? Inwiefern unterscheiden sich derartige Positionen von rechtsextremen, wie sie zum Beispiel von der in weiten Teilen neonazistisch geprägten NPD vertreten werden? Was sind zentrale rechtspopulistische Programmpunkte und Strategien; wie kann diesen argumentativ und politisch begegnet werden?

In den letzten Jahren hat es in der Bundesrepublik mehrere Versuche gegeben, Parteien mit rechtspopulistischen Inhalten zu etablieren. Einige davon, wie die „Schill-Partei“ in Hamburg, “Pro NRW” oder “Bürger in Wut” in Bremen spielten nur regional eine Rolle. Im Gegensatz dazu konnte die erst 2013 gegründete “Alternative für Deutschland” (AfD), eine in weiten Teilen rechtspopulistisch geprägte Partei, ins europäische Parlament, in mehrere Landtage und zahlreiche kommunale Gremien einziehen.

Im Umgang mit dem neuen und nicht mehr ganz so neuen Rechtspopulismus herrscht oft theoretische und praktische Verunsicherung. Argumente und Konzepte, die in der Auseinandersetzung mit der NPD entwickelt wurden, erweisen sich als ungeeignet.

In der Fortbildung geht es darum herauszuarbeiten, warum rechtspopulistische Parolen und Positionen mit einer menschenrechtsorientierten, demokratischen Kultur unvereinbar sind und wie darauf reagiert werden kann. Dazu ist es unabdingbar, das eigene Verständnis von Demokratie und Solidarität zu schärfen und eigene demokratische Standpunkte zu den von rechtspopulistischer Seite aufgeworfenen Themen zu formulieren. Thematisiert werden die chauvinistischen, rassistischen, marktzentrierten, homosexuellenfeindlichen und antifeministischen Vorstellungen von Gesellschaft, die Rechtspopulist_innen in ihrer politischen Praxis ausdrücken.

Vortrag und Diskussion, Dauer: 2 Stunden

Die Rechtsextreme Szene Berlins – Themen, Organisationen und Aktionsschwerpunkte

Was kennzeichnet die rechtsextreme Szene Berlins? Was sind ihre lokalen Schwerpunkte? Was macht die Szene für Jugendliche attraktiv und welche Themen greift sie auf?

Obwohl (oder gerade weil) die rechtsextreme Szene in Berlin in den letzten Jahren in der politischen Öffentlichkeit immer schwächer geworden ist, ist eine steigende Gewalttätigkeit zu beobachten. Die meisten Aktionen organisieren Rechtsextreme mittlerweile geheim – und versuchen durch provokant gewählte Orte und Daten Aufmerksamkeit zu bekommen.

In der Fortbildung werden die Entwicklung und das aktuelle Auftreten der rechtsextremen Szene Berlins aufgezeigt. Es werden strukturelle und inhaltliche Wandlungen der letzten Jahre nachgezeichnet und die Hintergründe erläutert.

Dauer: 1,5 bis 3 Stunden

Rechtsextremer Lifestyle – Symbole und Codes

Was hat das T-Shirt mit der Aufschrift 14 zu bedeuten? Kann es sich bei einer Frau mit pinken Haaren tatsächlich um eine rechtsextreme Aktivistin handeln? Was hat es mit MaKss Damage auf sich und ist Thor Steinar eigentlich rechtsextrem?

Rechtsextremer Lifestyle modernisiert sich ständig und öffnet sich – zumindest äußerlich – immer weiteren Jugendkulturen. Selbst Anleihen im HipHop oder Punk sind heute kein Hindernis mehr. Das schafft für Rechtsextreme immer mehr Anknüpfungspunkte – und macht es für andere immer schwieriger, Kleidungsmarken, Symbole und Bands als rechtsextrem(-orientiert)e zu identifizieren.

In der Fortbildung werden zentrale rechtsextreme Codes, Symbole und Outfits entschlüsselt, um dadurch die dahinter stehenden Orientierungen sicherer wahrnehmen zu können. Um angemessen reagieren zu können, sollen zudem Indikatoren für den Einbindungsgrad von Personen in die rechtsextreme Szene vorgestellt werden.

Dauer: 2 bis 3 Stunden

Argumentationstraining gegen rassistische und rechtsextreme Sprüche

Werden im Kneipengespräch immer mal wieder Migrant_innen für die hohe Arbeitslosigkeit und die niedrigen Löhne verantwortlich gemacht? Wird Ihre Nachbarin gezielt beleidigt, weil sie Muslimin ist? Und meint Ihr Arbeitskollege, dass Sarrazin doch eigentlich recht hat?

Rassistische und rechtsextreme Sprüche lösen oftmals Unsicherheiten über das „richtige“ Verhalten und notwendige Reaktionen aus. Wer ihnen wirksam begegnen will, sollte inhaltlich gewappnet sein, die Situation adäquat einschätzen können und sich seiner eigenen Möglichkeiten und Grenzen bewusst sein.

Das Argumentationstraining will inhaltliches und methodisches Handwerkszeug zum angemessenen Umgang zur Verfügung stellen und dadurch die Verhaltenssicherheit der Teilnehmer_innen stärken. Es werden Gegenargumente zu Sprüchen wie „Muslime passen nicht hierher “ oder „Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg“ erarbeitet. Ausgehend von den Erfahrungen der Teilnehmer_innen werden Handlungsmöglichkeiten diskutiert und im Rollenspiel erprobt.

Dauer: 6 bis 8 Stunden

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an info@mbr-berlin.de oder rufen Sie uns an: 030 – 817 985 810. Wir bieten passgenaue Fortbildungen für Ihre Einrichtung und Situation an. Die Inhalte können immer je nach Bedarf für die Zielgruppe individuell zugeschnitten werden.