Was ist Rechtsextremismus? Was ist Rechtspopulismus?

Was ist Rechtsextremismus?

Der organisierte Rechtsextremismus in Deutschland hat ganz unterschiedliche Erscheinungsformen. Ideologisch, wie auch von den Organisations- und Aktionsformen her, unterscheidet sich die Szene. Wie große ist dieses Spektrum? Welche Parteien und Organisationen gibt es? Woraus setzt sich rechtsextreme Ideologie zusammen und welche Elemente davon sind auch für die Mitte der Gesellschaft anschlussfähig?

Diese und weitere grundsätzliche Fragen zum Thema Rechtsextremismus werden in der Fortbildung beantwortet. Dabei geht es auch darum, wie rechtsextreme Propaganda wirkt und wie die Szene neue Mitglieder rekrutiert.

Dauer: 2 bis 6 Stunden, je nach Bedarf

Rechtsextreme Themen und Denkwelten — Soziale Frage von Rechts

Gezielt versuchen Rechtsextreme mit Themen wie Hartz IV, Eurokrise und Arbeitslosigkeit an aktuelle Unzufriedenheiten und Ängste in der Bevölkerung anzuknüpfen. Doch auch in der so genannten Mitte der Gesellschaft finden sich viele rassistische und nationalistische Lösungskonzepte. Wer sie als antidemokratisch bloßstellen will, sollte rechtsextreme Argumente kennen und eine nicht-rassistische Position beziehen können.

Die Fortbildung gibt eine Einführung in zentrale Aspekte rechtsextremer Weltanschauung. Die rassistische und antisemitische Bearbeitung von sozialen Problemen durch Rechtsextreme wird anhand von Originaltexten erläutert. Im Anschluss werden gemeinsam nicht-rassistische Argumentationslinien und konkrete Handlungsstrategien erarbeitet.

Dauer: 2 bis 6 Stunden

Rechtspopulismus und anti-muslimischer Rassismus

Was ist anti-muslimischer Rassismus und wo sind die Grenzen legitimer Islamkritik? Welche Themen versuchen rechtspopulistische Organisationen zu besetzen und was sind ihre Gemeinsamkeiten mit klassisch rechtsextremen Parteien?

In Deutschland versuchen verschiedene Gruppen und Parteien Wählerschichten jenseits des rechtsextremen Lagers zu erreichen. Unter dem Motto „Islamisierung? Nein Danke!“ hetzen sie gegen Muslime und beschwören die Bedrohung durch eine vermeintlich „fremde Kultur“ herauf. Sie verknüpfen Fragen des Glaubens mit Integrationsprozessen und versuchen dadurch, einen kulturreligiösen Rassismus gesellschaftsfähig zu machen.

Die Fortbildung beleuchtet zentrale Elemente von anti-muslimischem Rassismus und möchte für rechtspopulistische Politikstile und Ideologien sensibilisieren. Außerdem soll diskutiert werden, inwieweit sich Handlungsstrategien aus der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus auf den Umgang mit Rechtspopulist_innen übertragen lassen.

Dauer: 3 bis 4 Stunden

Rechte und rechtspopulistische Herausforderungen für die demokratische Kultur

Was ist eigentlich “rechts”, was “rechtspopulistisch”? Inwiefern unterscheiden sich derartige Positionen von rechtsextremen, wie sie zum Beispiel von der in weiten Teilen neonazistisch geprägten NPD vertreten werden? Was sind zentrale rechtspopulistische Programmpunkte und Strategien; wie kann diesen argumentativ und politisch begegnet werden?
In den letzten Jahren hat es in der Bundesrepublik mehrere Versuche gegeben, Parteien mit rechtspopulistischen Inhalten zu etablieren. Einige davon, wie die „Schill-Partei“ in Hamburg, “Pro NRW” oder “Bürger in Wut” in Bremen spielten nur regional eine Rolle. Im Gegensatz dazu konnte die erst 2013 gegründete “Alternative für Deutschland” (AfD), eine  rechtspopulistisch, inzwischen in Teilen rechtsextrem geprägte Partei, ins europäische Parlament, nahezu alle Landesparlamente und zahlreiche kommunale Gremien einziehen.

Im Umgang mit dem neuen und nicht mehr ganz so neuen Rechtspopulismus herrscht oft theoretische und praktische Verunsicherung. Argumente und Konzepte, die in der Auseinandersetzung mit der NPD entwickelt wurden, erweisen sich als ungeeignet.

In der Fortbildung geht es darum herauszuarbeiten, warum rechtspopulistische Parolen und Positionen mit einer menschenrechtsorientierten, demokratischen Kultur unvereinbar sind und wie darauf reagiert werden kann. Dazu ist es unabdingbar, das eigene Verständnis von Demokratie und Solidarität zu schärfen und eigene demokratische Standpunkte zu den von rechtspopulistischer Seite aufgeworfenen Themen zu formulieren. Thematisiert werden die chauvinistischen, rassistischen, marktzentrierten, homosexuellenfeindlichen und antifeministischen Vorstellungen von Gesellschaft, die Rechtspopulist_innen in ihrer politischen Praxis ausdrücken.

Vortrag und Diskussion, Dauer: 2 Stunden

Rechtsextremer Lifestyle – Symbole und Codes

Was hat das T-Shirt mit der Aufschrift 14 zu bedeuten? Kann es sich bei einer Frau mit pinken Haaren tatsächlich um eine rechtsextreme Aktivistin handeln? Was hat es mit MaKss Damage auf sich und ist Thor Steinar eigentlich rechtsextrem?

Rechtsextremer Lifestyle modernisiert sich ständig und öffnet sich – zumindest äußerlich – immer weiteren Jugendkulturen. Selbst Anleihen im HipHop oder Punk sind heute kein Hindernis mehr. Das schafft für Rechtsextreme immer mehr Anknüpfungspunkte – und macht es für andere immer schwieriger, Kleidungsmarken, Symbole und Bands als rechtsextrem(-orientiert)e zu identifizieren.

In der Fortbildung werden zentrale rechtsextreme Codes, Symbole und Outfits entschlüsselt, um dadurch die dahinter stehenden Orientierungen sicherer wahrnehmen zu können. Um angemessen reagieren zu können, sollen zudem Indikatoren für den Einbindungsgrad von Personen in die rechtsextreme Szene vorgestellt werden.

Dauer: 2 bis 3 Stunden

Argumentationstraining gegen rassistische und rechtsextreme Sprüche

Werden im Kneipengespräch immer mal wieder Migrant_innen für die hohe Arbeitslosigkeit und die niedrigen Löhne verantwortlich gemacht? Wird Ihre Nachbarin gezielt beleidigt, weil sie Muslimin ist? Und meint Ihr Arbeitskollege, dass Sarrazin doch eigentlich recht hat?

Rassistische und rechtsextreme Sprüche lösen oftmals Unsicherheiten über das „richtige“ Verhalten und notwendige Reaktionen aus. Wer ihnen wirksam begegnen will, sollte inhaltlich gewappnet sein, die Situation adäquat einschätzen können und sich seiner eigenen Möglichkeiten und Grenzen bewusst sein.

Das Argumentationstraining will inhaltliches und methodisches Handwerkszeug zum angemessenen Umgang zur Verfügung stellen und dadurch die Verhaltenssicherheit der Teilnehmer_innen stärken. Es werden Gegenargumente zu Sprüchen wie „Muslime passen nicht hierher “ oder „Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg“ erarbeitet. Ausgehend von den Erfahrungen der Teilnehmer_innen werden Handlungsmöglichkeiten diskutiert und im Rollenspiel erprobt.

Dauer: 6 bis 8 Stunden

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an info@mbr-berlin.de oder rufen Sie uns an: 030 – 817 985 810.

Wir bieten passgenaue Fortbildungen für Ihre Einrichtung und Situation an. Die Inhalte können immer je nach Bedarf für die Zielgruppe individuell zugeschnitten werden.