Der neue Schattenbericht ist da

Wie erlebt die demokratische Stadtgesellschaft den gesellschaftlichen Rechtsruck? Wie gehen antirassistische Projekte mit Bedrohungen und Anfeindungen durch Neonazis und die AfD um? In der neuen Ausgabe der „Berliner Zustände“ beschreiben Berliner Initiativen und Projekte aus zivilgesellschaftlicher Perspektive aktuelle gesellschaftspolitische Entwicklungen in der Stadt.

Der Schattenbericht über Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus wird im elften Jahr gemeinsam vom antifaschistischen pressearchiv und bildungszentrum berlin e.V. (apabiz) und der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR) herausgegeben.

„Die vielen Projekte, die in dieser Stadt für Demokratie und Menschenrechte eintreten, brauchen konkrete Unterstützung und breite Solidarität, wenn sie zunehmend für ihre Arbeit diffamiert und bedroht werden“, betont MBR-Projektleiterin Bianca Klose.

„Angesichts des gesellschaftlichen Rechtsrucks der vergangenen Jahre ist die gemeinsame Arbeit an dieser Publikation notwendiger denn je, um denen, die sich dagegen engagieren, eine Stimme zu geben“, sagt Frank Metzger vom apabiz.

Die Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland (ISD) kritisiert in der Publikation den gesellschaftlichen und institutionellen Rassismus und benennt in aller Schärfe, wie sehr schwarze Menschen von der polizeilichen Maßnahme des Racial Profiling und von rassistischen Alltagsbegriffen betroffen sind. Die MBR berichtet über die rechtsextreme Anschlagsserie in Neukölln. Von dieser war auch die Initiative Neuköllner Buchläden gegen Rassismus und Rechtspopulismus betroffen, die in ihrem Artikel betont, sich davon nicht einschüchtern zu lassen. Während das apabiz eine umfassende inhaltliche und strukturelle Bestandsaufnahme der Berliner AfD vor der Bundestagswahl liefert, analysiert die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) die Funktion von Antisemitismus innerhalb der Partei. Mitglieder der Familien Arslan und Yılmaz als Angehörige der Mordopfer der rassistischen Brandanschläge von Mölln 1992 sowie eine Vertreterin der Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş fordern in einem Interview, die Perspektiven der Opfer und Angehörigen in den Mittelpunkt zu stellen, um ein angemessenes Erinnern und Gedenken zu ermöglichen.

Parallel zur Printausgabe erscheint online ein aktueller Artikel der Berliner Opferberatungstelle ReachOut. Darin wird neben der Analyse der Berliner Zahlen zu rechter und rassistischer Gewalt 2017 der Fall Hanaa Mallak geschildert, die mit ihrer Familie aus Syrien geflohen war. Nachdem ihre Suizid-Gefährdung von den zuständigen Behörden nicht ernst genommen wurde, sprang sie letztlich aus einer Notunterkunft in den Tod.

Die Printausgabe ist beim apabiz und der MBR erhältlich. Als PDF-Datei steht der Schattenbericht hier zur Verfügung.

Alle Artikel (auch der früheren Ausgaben) sind online unter www.schattenbericht.de zu finden.

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