Projektleiterin von ReachOut erstattet Strafanzeige gegen Mitarbeiter_innen des Berliner Landeskriminalamtes

Die Projektleiterin der Beratungsstelle für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Berlin ReachOut hat Strafanzeige gegen Mitarbeiter_innen des Berliner LKA erstattet. Sie reagierte damit auf Recherchen von rbb24 und Kontraste. Diese hatten ergeben, dass es private Treffen zwischen einem Mitarbeiter des LKA und einem Neuköllner Rechtsextremen gegeben hat, der mehrerer Angriffe auf Neuköllner*nnen verdächtigt wird.

Pressemitteilung von ReachOut:

 

Anzeige gegen Mitarbeiter*innen des LKA

Berlin, 17. April 2019

Stellungnahme der Berliner Opferberatungsstelle ReachOut zu den aktuellen Rechercheergebnissen von Jo Goll für rbb24 und Kontraste

Die Recherchen des Journalisten Jo Goll für rbb24 und Kontraste haben ergeben, dass sich ein Mitarbeiter des LKA Berlin mit einem der dringend Verdächtigen bzgl. der seit Jahren verübten und nicht aufgeklärten Straftaten im Bereich des Rechtsextremismus und Rassismus in Neukölln getroffen hat. Dabei handelt es sich u.a. um die Brandstiftungen an den PKWs eines Bezirkspolitikers und eines Buchhändlers und der Morddrohungen gegen weitere Personen, die sich gegen Rechtsextremismus engagieren.

Aus Sicht von ReachOut liegt der Verdacht nahe, dass der Mitarbeiter des LKA mindestens bei diesem und vermutlich bei weiteren Treffen geheim zu haltende Informationen weitergegeben hat, die der Beihilfe zu Straftaten dienten. Diese Straftaten richten sich seit vielen Jahren gegen Personen und Projekte, die  für ihr Engagement gegen Rassismus und Rechtsextremismus bekannt sind.

Insbesondere ist davon auszugehen, dass sich der Mitarbeiter und ggf. weitere Mitarbeiter des Berliner Landeskriminalamtes der Strafvereitelung im Amt schuldig gemacht haben. Desweiteren liegt der Verdacht nahe, dass laufende Ermittlungen verhindert wurden und mögliche Straftäter gewarnt wurden.

In diesem Zusammenhang unterstützen wir insbesondere die Forderungen der Initiative zur Aufklärung des Mordes an Burak Bektas nach einem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu der Frage, was seit Jahren innerhalb der Ermittlungsbehörden eine Aufklärung von rechten/rassistischen Anschlägen, Morddrohungen, Angriffen und dem Mord an Burak Bektaş verhindert. Die aktuellen Veröffentlichungen von rbb24 und Kontraste zeigen, dass die befürchteten Kontakte zwischen Mitarbeiter*innen der Ermittlungsbehörden, insbesondere des Berliner Landeskriminalamtes tatsächlich zutreffen. Somit wurde ein Skandal öffentlich, der sowohl juristische als auch parlamentarische Folgen haben muss. Die politisch Verantwortlichen müssen endlich ihrer Verantwortung im Rahmen eines Untersuchungsausschusses gerecht werden.

Für Rückfragen und Interviews stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Kontakt: Sabine Seyb,
Tel.: 030-695 68 339

Hier geht’s zur Webseite von ReachOut

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