Für Flüchtingsunterkünfte

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an info@mbr-berlin.de oder rufen Sie uns an: 030 – 817 985 810.

Wir bieten passgenaue Fortbildungen für Ihre Einrichtung und Situation an. Die Inhalte können immer je nach Bedarf für die Zielgruppe individuell zugeschnitten werden.

 

Was ist Rassismus?

Rassistische Diskriminierung knüpft an schon bestehende Klischees, Vorurteile und Stereotype an. Aber hat nicht jeder Mensch Vorurteile? Ist dann auch jede_r rassistisch? Und wie erkenne ich rassistisches Verhalten?

Der Workshop wendet sich an alle, die sich gegen Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung engagieren wollen. Er soll den Teilnehmenden durch unterschiedliche methodische Zugänge die Möglichkeit eröffnen, Gewohntes zu hinterfragen und zu reflektieren. Dabei geht es auch darum, die Bedeutung der Begriffe „Vorurteile“ „Diskriminierung“ und „Rassismus“ zu klären. Neben der theoretischen Auseinandersetzung mit dem gesellschaftlichen Phänomen Rassismus, werden gemeinsam Handlungsmöglichkeiten und –spielräumen entworfen, um auf alltägliche Formen von Rassismus und Vorurteilen reagieren zu können. Anhand von Beispielen aus dem Alltag werden verschiedene Reaktionsmöglichkeiten  erarbeitet.

Dauer: 6 Stunden

 

Umgang mit Rassismus und flüchtlingsfeindlichen Mobilisierungen

Wird die Eröffnung einer Flüchtlingsunterkunft von Eltern ihrer Kita rassistisch kommentiert? Gibt es in Ihrem Jugendzentrum Besucher_innen, dies sich an „Nein-zum-Heim“-Aufmärschen beteiligen? Engagieren Sie sich in einem Willkommensbündnis für Flüchtlinge und sind mit den Ressentiments Ihrer Nachbar_innen konfrontiert?

Nicht erst die Diskussionen um Containerunterkünfte oder das Auftreten von Pegida und ihren Ablegern haben deutlich gemacht: Rassismus und die Auseinandersetzung damit ist weiterhin ein gesellschaftliches Thema. Im Workshop geht es sowohl um eine Sensibilisierung und theoretische Einordnung zum Thema als auch eine Stärkung der eigenen Handlungssicherheit gegenüber Vorfällen mit rassistischem Hintergrund.

Die Workshops richten sich dabei z.B. an Mitarbeiter_innen von Flüchtlingsunterkünften, Pädagog_innen, die in Schulen oder Jugendeinrichtungen in der Nähe von Flüchtlingsunterkünften arbeiten oder Mitgliedern von Willkommensbündnissen.

Dauer: 4 bis 7 Stunden

 

Argumentationstraining gegen rassistische Argumentationsmuster

Werden im Kneipengespräch immer mal wieder Migrant_innen für die hohe Arbeitslosigkeit und die niedrigen Löhne verantwortlich gemacht? Wird Ihre Nachbarin gezielt beleidigt, weil sie Muslimin ist? Und meint Ihr Arbeitskollege, dass Sarrazin doch eigentlich recht hat?

Rassistische und rechtsextreme Sprüche lösen oftmals Unsicherheiten über das „richtige“ Verhalten und notwendige Reaktionen aus. Wer ihnen wirksam begegnen will, sollte inhaltlich gewappnet sein, die Situation adäquat einschätzen können und sich seiner eigenen Möglichkeiten und Grenzen bewusst sein.

Das Argumentationstraining will inhaltliches und methodisches Handwerkszeug zum angemessenen Umgang zur Verfügung stellen und dadurch die Verhaltenssicherheit der Teilnehmer_innen stärken. Es werden Gegenargumente zu Sprüchen wie „Muslime passen nicht hierher “ oder „Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg“ erarbeitet. Ausgehend von den Erfahrungen der Teilnehmer_innen werden Handlungsmöglichkeiten diskutiert und im Rollenspiel erprobt.

Dauer: 4 bis 6 Stunden

 

Für Mitarbeiter_innen in und um Flüchtlingseinrichtungen

Wie erkenne ich Rechtsextreme? Welche Strategien wenden rechtspopulistische und rechtsextreme Parteien und Gruppierungen gegen Flüchtlingsunterkünfte an? Was kann ich als Mitarbeiter_in einer Flüchtlingsunterkunft tun, wenn es zu rechtsextremen oder rassistischen Aktivitäten in/vor/um die Einrichtung kommt? Wie begegne ich Nachbar_innen, die sich mit flüchtlingsfeindlich aufgeladenen Statements gegen Asylbewerber_innen äußern?

Im Workshop werden zum einen Informationen zu aktuellen rechtsextremen Symbolen, Codes und Erscheinungsformen gegeben. Zum anderen setzen sich die Teilnehmenden mit rassistischen und flüchtlingsfeindlichen Mobilisierungen vor Ort auseinander: Wer sind die Akteur_innen? Welche Argumentationsmuster und Aktionsformen werden genutzt? Die Teilnehmenden erhalten konkrete Tipps, wie sie auf rechtspopulistische und/oder rassistische Äußerungen in verschiedenen Situationen reagieren können und wie sie sich dabei als Kolleg_innen gegenseitig unterstützen und „wappnen“ können.

Im praktischen Teil des Workshops besprechen die Teilnehmenden konkrete Situationen, in denen es zu rechtsextremen oder rassistischen Bedrohungen und/oder Äußerungen kommt. Gemeinsam werden Argumentations- und Reaktionsmöglichkeiten erarbeitet, diskutiert und festgehalten. Dabei kommt es vor allem darauf an, passende Handlungsmöglichkeiten für die spezielle Einrichtung und für ihre Mitarbeitenden zu finden. Die Teilnehmenden werden dabei als  Expert_innen ihrer eigenen Sache gestärkt.

Die Inhalte des Workshops können nach Bedarf auch für die Vorbereitung auf Veranstaltungen, Feste, Tage der offenen Tür der Einrichtung zugeschnitten werden.

Dauer: 6 bis 8 Stunden (auch in zwei Termine aufteilbar)

 

Neue Nachbarschaften in der pluralen Einwanderungsstadt Berlin – Stärkung von demokratischer Haltung und solidarischem Handeln

Im Kontext der gesellschaftlichen Debatte um die Unterbringung geflüchteter Menschen gibt es seit rund zwei Jahren massive rassistische und rechtsextreme Mobilisierungen. Menschenverachtende Propaganda und zunehmend auch Gewalt richten sich gegen Geflüchtete, deren Unterkünfte sowie gegen deren Unterstützer_innen. Asyl- und Flüchtlingspolitik ist 2016 das zentrale Aktions- und Wahlkampfthema rechtspopulistischer und rechtsextremer Parteien und Gruppierungen.

In den polarisierten Debatten über Flucht, Asyl und Einwanderung ist Rassismus in all seinen Facetten und Erscheinungsformen in der so genannten „Mitte“ der Gesellschaft verstärkt sichtbar geworden, z.B. antimuslimischer Rassismus, Antiziganismus, institutioneller Rassismus, Diskriminierung im Alltag und rassistische Hassreden im Internet und im öffentlichen Raum. Gleichzeitig bilden sich vielerorts neue zivilgesellschaftliche Netzwerke und Gruppen, die freiwillige, praktische Solidarität mit Geflüchteten leisten. Sowohl gemeinnützige als auch privatwirtschaftliche Organisationen werden vermehrt als Betreiber_innen von Unterkünften für Geflüchtete tätig. Behörden, Unternehmen sowie soziale und Bildungseinrichtungen sind herausgefordert, sich zu öffnen, transkulturelle- bzw. Diversity-Kompetenzen zu entwickeln und Vorurteilen in den eigenen Strukturen und beim eigenen Personal entgegenzuwirken.

Darüber hinaus leben in den Unterkünften selbst Geflüchtete, die durch unterschiedliche sozio-kulturelle, religiöse sowie ethnische Erfahrungen geprägt sind. Infolgedessen treffen hier Menschen mit verschiedenen Weltvorstellungen aufeinander. Dies erschwert das Zusammenleben der Geflüchteten, die sich ohnehin in einer besonderen Lebenssituation befinden.

Es geht nun darum, die langfristige Zukunft der Einwanderungsstadt Berlin gemeinsam zu gestalten: Geflüchtete Menschen werden – wie viele andere Neu-Berliner_innen – hier bleiben und einen neuen Lebensabschnitt anfangen.

Zielgruppen der Fortbildungen sind u.a.:
• Ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter_innen in und um Flüchtlingseinrichtungen
• „Willkommensinitiativen“ und Unterstützer_innen-Kreise
• soziale und Bildungseinrichtungen; z.B. Stadtteilzentren, Beratungsstellen, Migrant_innenorganisationen, Wohlfahrtsträger
• Pädagogische Fachkräfte und Mulitiplikator_innen
• Bezirkliche Einrichtungen und Behörden
• Private Unternehmen

Die Fortbildungen der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR) sollen eine Gelegenheit bieten, miteinander über eigene Erfahrungen und eventuelle Unsicherheiten ins Gespräch zu kommen; sie sollen die Teilnehmenden stärken und in ihrem Handeln sicherer machen. Am Ende können weitere Möglichkeiten der Unterstützung und Zusammenarbeit entwickelt werden. Die Veranstaltungen bieten einen geschützten und vertrauensvollen Rahmen zur offenen Aussprache.

Inhaltliche Schwerpunkte der Fortbildungen sind:
• Stärkung der persönlichen Haltung, Sensibilität und Argumentationsfähigkeit gegenüber diskriminierenden, rassistischen, rechtspopulistischen und rechtsextremen Positionen
• Was sind Vorurteile? Was ist (Mehrfach-)Diskriminierung? Vorurteile und Diskriminierungen in ihrer Vielschichtigkeit wahrnehmen und angemessen handeln
• Argumentationshilfe gegen rechtsextreme und rassistische Äußerungen anhand konkreter Fallbeispiele und Übungen
• Umgang mit Bedrohungssituationen: Vorher, dabei, danach.
• Informationen zu rassistischen und rechtsextremen Strukturen im Sozialraum
• Erkennen von rechtsextremen Codes und Argumentationsmustern
• Durchführung von Veranstaltungen

Die Bildungsmaßnahmen werden methodisch mittels Szenarien, Fallbeispielen, Anschauungsmaterial und mit interaktiven Methoden wie z.B. Kommunikations- und Argumentationsübungen, Rollenspielen oder Forumtheater praxisnah und handlungsorientiert gehalten.