Berlin, 13.02.2026. Der Berliner Fußball-Verband (BFV) und der Verein für Demokratische Kultur in Berlin (VDK) e.V. mit seinen Projekten Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR), Berlin gegen Nazis (BGN) und Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (RIAS Berlin) haben eine weitreichende Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Ziel der Partnerschaft ist es, den Berliner Fußball konsequent gegen rechtsextreme, antisemitische und demokratiefeindliche Bestrebungen zu stärken und ein sicheres, vielfältiges und diskriminierungsfreies Umfeld für alle Beteiligten auf und neben dem Platz zu schaffen.
Die Partnerorganisationen beabsichtigen eine enge Zusammenarbeit, um alle Akteur*innen des Berliner Fußballs, wie Trainer*innen, Schiedsrichter*innen, Funktionsträger*innen sowie Spieler*innen, dabei zu unterstützen, menschenverachtende Einstellungen zu erkennen und diesen entschieden entgegenzutreten. Der Amateurfußball kann ein potenzielles Betätigungsfeld für Rechtsextreme und andere demokratiefeindliche Gruppen sein, der konsequente Aufbau und die Weiterentwicklung der Präventions- und Interventionsstrukturen des BFV und seiner Mitgliedsvereine sind deshalb essenziell.
Neben der gemeinsamen öffentlichen Positionierung und dem fachlichen Austausch der Kooperationspartner*innen sollen vor allem die Berliner Fußballvereine von der Zusammenarbeit profitieren. Gemeinsam sollen Bildungsmaterialien, Handreichungen und digitale Informationsformate erarbeitet sowie Veranstaltungen wie Fachtage, Netzwerktreffen und Qualifizierungsformate angeboten werden.

Stimmen zur Vereinbarung:
Bernd Schultz, Präsident des Berliner Fußball-Verbands:
„Der Fußball kann einen wichtigen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Förderung demokratischer Werte leisten. Um dieses Potential nutzen zu können, müssen wir antidemokratischen Bestrebungen entschieden entgegentreten. Gemeinsam mit dem VDK und seinen Projekten wollen wir unsere Mitgliedsvereine dazu befähigen, menschenverachtende Einstellungen zu erkennen und resiliente Strukturen aufzubauen.“
Bianca Klose, Geschäftsführerin des VDK e.V. und Projektleiterin der MBR:
„Unsere langjährige Zusammenarbeit mit dem BFV wird durch die getroffene Vereinbarung institutionalisiert und zukunftsfähig gemacht. Wir begrüßen es, dass ein für das Zusammenleben in unserer Stadt so wichtiger Player sich weiterhin seiner Verantwortung bewusst ist und für eine demokratische Kultur eintreten will – ob auf oder neben dem Platz. Rechtsextreme versuchen auch dort, ihre Ideologie zu verbreiten, ob als Vereinsangehörige oder Fans. Sowohl für die Umsetzung von Nutzungsordnungen als auch die Handlungsfähigkeit der Vereine ist es wichtig, Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus zu erkennen – dabei unterstützt die MBR den BFV mit ihrem Schulungsangebot.“
Katja Teich, Projektleiterin von Berlin gegen Nazis:
„Gemeinsam mit dem BFV starteten wir 2020 die Kampagne ,Kein Platz für Rassismus und Antisemitismus’, in deren Rahmen über 50 Vereine öffentlich Stellung bezogen. Die großen Banner hängen heute noch an vielen Plätzen. Auch über diese Kampagne hinaus ist es uns ein Anliegen, die Vereine weiterhin in ihrer demokratischen Haltung und Praxis zu unterstützen. Eine enge Kooperation mit dem BFV ist dafür auch in Zukunft unabdingbar.“
Julia Kopp, Projektleiterin von RIAS Berlin:
„Nach einem Fußballspiel in Neukölln wurde eine Jugendmannschaft antisemitisch beleidigt und angegriffen. In Marzahn-Hellersdorf wurden Fans nach einem Spiel in einer Kneipe von gegnerischen Fans als ,Judenschweine’ beschimpft. In Spandau hing ein Aufkleber aus der Fanszene, auf dem ein karikaturhaft dargestellter Jude im Fußballtrikot geohrfeigt wird. Eine Erfassung antisemitischer Vorfälle im Fußballkontext ist wichtig: Sie hilft bei der Sichtbarmachung von Antisemitismus und trägt zur Sensibilisierung der allgemeinen Öffentlichkeit, aber auch der Berliner Fußballwelt bei. Auch im Fußball braucht es Akteure, die sich deutlich gegen Antisemitismus positionieren.“
Bei Rückfragen an die Beteiligten nehmen Sie gerne Kontakt auf:
RIAS Berlin: presse@rias-berlin.de
BFV: presse@berlinerfv.de
VDK/MBR: presse@mbr-berlin.de
BGN: info@berlin-gegen-nazis.de
